Zum Glück bin ich ja bei all meinem Unglück nicht alleine im Bienengarten. Drei undergraduate students, sprich Mädls in ihrer späten Bachelorphase, quälen sich zusammen mit mir durch dieses grauenhafte Wetter. Und wie es so oft ist, schweißt Unglück dann doch recht gut zusammen. Der soziale Endeffekt dieser Woche ist: zwar keine Daten, aber eine Menge Spaß. Die drei könnten übrigens unterschiedlicher nicht sein: Noha (eine Französin), Rendika (eine Inderin) und Lauren (so richtig Aussie).

Mit Noha versteh ich mich eindeutig am besten. Und wär ich männlich, ich würde mich Hals über Kopf in sie verknallen. Sie hat eindeutig nordafrikanische Wurzeln (etwas dünklere Haut, markantes Gesicht, Wahnsinnsaugen), ist ein extrem gut gelaunter Mensch, nicht gar so jung wie die beiden anderen und einfach angenehm um Gespräche zu führen. Naja, und rumkuddern geht auch ziemlich gut! Rendika ist auch sehr nett, aber ihr merkt man ihre 21 halt doch an. Sie ist eine Art Rapper-Inderin, immer in irgendwelchen Trainingsanzügen und mit Kappe auf cool getrimmt. Sieht ziemlich witzig aus und passt zu ihrer resoluten Art. Und dann ist da die Biologentussi Lauren, blond, dauerschmollend, Hotpants und Havaianahs (das PERFEKTE Outfit um gestochen zu werden, ob von den zahllosen Mosquitos oder durchaus vorhandenen Bienen). Sie soll mir helfen, sammelt Daten für mich. Aber, auf die Hilfe warte ich noch etwas. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob all ihre Fehler aus Dummheit, Desinteresse oder grenzenlose Naivität entstehen.

Nur als Beispiel: wir haben eine fixe Futterstelle, die regelmässig von den Bienen besucht wird. Die Bienen, mit denen wir arbeiten, trainieren wir dann von dieser Futterstelle weg hin zu unserer eigenen Apparatur. Lauren hatte gestern ständig Probleme, weil ihre Biene nicht lernen wollte zu ihrem Aufbau zu kommen und immer wieder auf der fixen Futterstelle aufgetaucht ist. Ich rate ihr, die Zuckerkonzentration der fixen Futterstelle extrem zu senken, um sie uninteressanter zu machen. Meist lernen die Bienen dann sehr schnell, wo sie das gute Futter bekommen. Gut, gesagt- getan! Aber es hilft alles nichts, die Biene hört überhaupt zu sammeln auf. Ein Unglück kommt selten allein: die fixe Futterstelle leert sich immer mehr, die Bienen bleiben aus. Wundert mich nicht, bei all den Problemen, die wir in letzter Zeit hatten. Weder Noha noch ich haben weiter darüber nachgedacht, weil wir mit unseren Bienen genug zu tun hatten (Ja, ich bin bis 7 gesessen, nein meine Biene hat KEINE Ergebnisse gebracht). Lauren sitzt Stunde über Stunde trotzig da, probiert weiter halbherzig Bienen anzutrainieren und wartet auf mein OK, dass sie gehen kann. Ignoriere ihre Andeutungen, weil sie gar so zickig ist und weil es auch nicht meine Sache das zu entscheiden (sie bekommt Geld für ihre „Anstrengungen“). Um 4 Uhr traut sie sich dann nach Haus zu gehen. Und heute morgen sehe ich erst, dass gar keine Biene kommen konnte, weil sie die Futterstelle falsch aufgesetzt hat. Das Prinzip ist aber so simpel (Einmachglas umgedreht, von einer Platte mit Rillen verschlossen => Zuckerwasser kommt aus den Rillen), dass mir absolut neu war, dass ein Fehler überhaupt möglich ist (Einmachglas auf Platte mit Seite ohne Rillen => kein Zuckerwasser). Und noch weniger, dass man nach stundenlangen Warten an der Futterstelle den Fehler NICHT bemerken kann. Also, die große Frage: Blödheit oder Ignoranz?

Zum Glück gibt es noch die beiden andere Mädls…